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Pazar, Şubat 16, 2020
Ana Sayfa Deutsch Antimilitarismus vor der Hamburger Reisemesse

Antimilitarismus vor der Hamburger Reisemesse

Auf der Hamburger Tourismusmesse wurde eine Reisewarnung ausgesprochen: „Aufgrund des faschistischen Regierungssystems wird demokratisch und fortschrittlich eingestellten Menschen von einer Urlaubsreise in die Türkei gänzlich abgeraten.“

Trotz des nahenden Sturms war das Hamburger Komitee der internationalen Kampagne Women Defend Rojava gemeinsam mit den lokalen Gruppen der Initiativen Tatort Kurdistan und #RiseUpForRojava heute zum dritten Mal bei der Hamburger Reisemesse vor Ort, um die Besucher*innen der Messe aufzurufen, die Türkei als Urlaubsziel zu boykottieren.

Inhalte der Gespräche und zahlreichen verteilten Flyer waren am Abschlusstag der Messe, wie bereits die Tage zuvor, Gründe für den Boykott aus ökologischer und feministischer Perspektive sowie die ganz grundlegenden Information, dass Einnahmen aus dem Tourismus mit in die Finanzierung der Assimilierungs- und Vernichtungspolitik des türkischen Regimes fließen. Aufmerksamkeit zog die Straßenperformance vom Samstag, bei der beispielhaft ausgewählte Biografien von Frauen aus der Türkei und Syrien, die ihr Leben dem Aufbau einer freien Welt widmen und gewidmet haben, verlesen wurden.

Den vielfältigen Argumenten, die gegen eine Urlaubsreise in die Türkei sprechen, wurde heute vertieft eine antimilitaristische Perspektive hinzugefügt. Immer wieder wurde verdeutlicht, dass die Tourismus-Branche der Türkei teils direkte Verbindungen zur Waffenindustrie pflegt. Die größte Fluggesellschaft der Türkei, Turkish Airlines, befindet sich zur Hälfte im Besitz des türkischen Staates. Die Chefs von Turkish Airlines sind alle eng mit Erdoğan verbunden, werben immer wieder offensiv für den Krieg der Türkei.

Weiterer Aspekt der antimilitaristischen Auseinandersetzung ist das nahende Großmanöver der Streitkräfte der USA – diesjähriges Partnerland der Hamburger Reisemesse – mit Beteiligung anderer NATO-Staaten und der Bundeswehr unter der Bezeichnung „DEFENDER 2020“: Ein Militärmanöver unter Beteiligung vieler europäischer Staaten, das es in der dieser Größenordnung seit 25 Jahren nicht mehr gegeben hat und unter Beweis stellen soll, dass es möglich ist, in kurzer Zeit große Mengen an Panzern und Soldaten quer durch Europa an die russische Grenze zu transportieren. Zur „Sicherheit Europas“ bekenne sich die USA, freut sich die Bundesregierung als maßgebliche Unterstützerin – faktisch aber wird die Ökobilanz der Großtransporte quer durch Europa verheerend sein und die Kriegsgefahr in Europa steigen lassen. „Dieser zunehmenden weltweiten Aufrüstung, den brutalen Kriegen und der Zerstörungswut müssen wir etwas entgegensetzen. Egal, wo auf der Welt – wir müssen die Verbindungen und Strukturen hinter militärischen Aktivitäten verstehen und bekämpfen – feministisch, ökologisch, antimilitaristisch, antifaschistisch!“, so eine Aktivistin.

Erfreulicherweise fand sich heute auch direkt auf der Messe selbst an allen Ecken und Enden ein Faltblatt mit Informationen zur Sicherheitslage für Reisende in die Türkei. Ausführlich begründet anhand von Fakten zur aktuellen Lage, zu willkürlichen Inhaftierungen von Einreisenden, Naturzerstörung und patriarchaler Gewalt, lautet die Empfehlung: „Aufgrund der Kriegshandlungen gegen die Demokratische Konföderation Nord- und Ostsyrien und des faschistischen Regierungssystems wird demokratisch und fortschrittlich eingestellten Menschen von einer Urlaubsreise in die Türkei gänzlich abgeraten.“

ANF

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