Leyla Güven: Der Kampf geht weiter

Die kurdische Politikerin Leyla Güven ist heute als Abgeordnete im türkischen Parlament vereidigt worden. Anschließend besuchte sie die HDP-Zentrale in Ankara, wo sie mit Applaus empfangen wurde.

Nach einem einjährigen Gefängnisaufenthalt und monatelangem Hungerstreik ist die kurdische Politikerin Leyla Güven heute als Abgeordnete der Demokratischen Partei der Völker (HDP) in der türkischen Nationalversammlung vereidigt worden. Der Hungerstreik war im Mai nach Aufruf Abdullah Öcalans beendet worden, anschließend befand sich Leyla Güven in medizinischer Behandlung.

Nach ihrer Vereidigung als Abgeordnete besuchte die kurdische Politikerin die Zentrale ihrer Partei in Ankara. Sie wurde mit Applaus empfangen und umarmte die Anwesenden einzeln. In einer Ansprache bedankte sie sich für die Unterstützung, die sie im Gefängnis und während des von ihr initiierten Hungerstreiks erfahren hat. „Eigentlich habe ich gegen die Gruppendisziplin verstoßen und bin ohne Rücksprache in den Hungerstreik getreten, aber ich bin davon ausgegangen, dass Ihr mich versteht. Und wirklich habt Ihr mich ohne Vorbehalte verstanden und wir sind diesen Weg gemeinsam gegangen“, erklärte die HDP-Abgeordnete.

Licht am Ende des Tunnels

Sie habe immer an einen erfolgreichen Ausgang des Hungerstreiks geglaubt, sagte Leyla Güven: „Aber ich habe nicht daran geglaubt, dass ich es miterleben werde. Die Solidarität hat mir unglaublich viel Kraft gegeben. Von überall sind Menschen zu mir gekommen, aus allen Teilen Kurdistans, vom Schwarzen Meer, aus der Türkei und aus dem Ausland. Der gemeinsame Widerstand hat uns an den heutigen Punkt gebracht.“

Es sei jedoch kein endgültiger Sieg errungen worden, betonte Leyla Güven: „Der Kampf geht weiter. Die Tür hat sich einen Spalt geöffnet, wie es jetzt weitergeht, hängt von uns allen ab. Unser Weg ist noch lang, aber ich sehe Licht am Ende des Tunnels.“

ANF

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