Schutz vor Corona: Obdachlose in leeren Hotels unterbringen!

Zuhause bleiben, Abstand halten, regelmäßiges Händewaschen: „Für obdachlose Menschen ist es unmöglich, die empfohlenen Schutzmaßnahmen umzusetzen“, erklärt Cansu Özdemir, Ko-Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. „Oft haben sie zudem durch Vorerkrankungen, physische und psychische Schwäche ein höheres Risiko, sich anzustecken. Das ist ein Teufelskreis, der dringend durchbrochen werden muss.“ Häusliche Isolation und die Einhaltung von Abstand lässt sich aber nicht in Unterkünften mit mehr als 300 Menschen und überwiegend Mehrbett-Zimmern umsetzen.

Daher schlägt DIE LINKE vor, sich an London zu orientieren: Bürgermeister Sadiq Khan hat dort am Wochenende angekündigt, Obdachlose in derzeit nicht ausgelasteten Hotels unterzubringen. Dafür werden 300 Zimmer in zwei Häusern für zunächst zwölf Wochen zur Verfügung gestellt. Auch die Sozialgenossenschaft Karuna in Berlin will Obdachlose in Hotels unterbringen – mehrere Unternehmen haben ihre Bereitschaft dazu erklärt. „London macht es vor und gibt Obdachlosen in der Pandemie den Schutz, den sie brauchen“, so Özdemir. „Hamburg sollte diesem Beispiel folgen und obdachlosen Menschen in der derzeitigen Gefahrenlage Schutz und Zugang zu häuslicher Isolation und Hygiene geben.“